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Was habt ihr gelesen?
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Autor: Alex C [ 3. Sep 2015, 09:58 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Alex C hat geschrieben:
Pelham Grenville schrieb 95 Romane und die lese ich jetzt alle.

Alles war es noch nicht, aber der Grundstein ist gelegt worden.
"The Girl in Blue"
"In alter Frische" aka. "Something Fresh" (Ein Blandings-Roman)

Hier einige allg. Interpretationen:
»Mit Wodehouse steht man immer auf der richtigen Seite. Bei ihm siegt Jung gegen Alt, Neffen und Nichten lehnen sich gegen dominante Onkel und Tanten auf, Liebende kriegen sich am Ende doch, Erbschleicher gehen leer aus, die Obrigkeit macht sich lächerlich, Gefangene entwischen. Die Aristokraten sind ignorant, die Verwandten furchteinflößend, die Dienstmädchen gewitzt, die Butler umfassend gebildet, die Schriftsteller ausgekocht, die Mädchen hübsch und die Burschen heiratswillige Hornochsen. Dazu scheint die Sonne und alle trinken einen über den Durst. Eine perfekte Welt.« Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Wodehouse nicht zu lesen, das ist so, als würde man niemals Schokolade essen. Es ist, als hätte man den Entschluss gefasst, ohne einen Tropfen Alkohol durchs Leben zu wandeln, oder als wollte man seine Freizeit ausschließlich mit dem Reinigen technischer Haushaltsgeräte verbringen - kurz, es ist ein so fundamentaler Verzicht auf eine der reichsten Quellen von Glück, dass ich jemanden, der so etwas tut, nicht ohne Bedauern betrachten kann." Daniel Kehlmann

Aus Biographie: "At the age of 93, in the New Year`s Honours List of 1975, he [Wodehouse] received a long-overdue knighthood, only to die on St Valentine`s Day some 45 days later." :D

Autor: Alex C [ 8. Dez 2015, 13:39 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Es ist manchmal schon recht komisch, wie die Büchlein sich weigern, sich lesen zu lassen, bis ein bestimmter Zeitpunkt noch nicht erreicht wurde. Dieses ließ sich erst genau zur Flüchtlingskrise zähmen:
"Liebe deinen Nächsten" von E.M. Remarque
Der Roman erzählt über politischen Flüchtlinge, damals aus Deutschland. Von den Nazis geflohen, ohne Papiere, werden sie in den benachbarten Länder hin und her geschoben, immer auf der Flucht.


Richard Adams "Unten am Fluß" aka. "Watership Down"
Buch über Kaninchen, die aus ihrem Gehege fliehen und sich neue Existenz aufbauen. Hatte durch gute Rezensionen zu mir den Weg gefunden; der Umschlag meinte sogar, dass dieses Buch verdient hätte, unsterblich zu werden. Naja.
Ich hab schon mehr von dem zweiten Unterboden vermutet (Kaninchen ≙ Menschen), als ich tasächlich fand. Zwar kämpfen sie ebenfalls um die Freiheit und die "westlichen Werte", zum Unsterblichwerden reichts mir nicht, obwohl es nicht schlecht ist.
Zumindest weiß ich jetzt, dass "Kaninchenweibchen über die Möglichkeit verfügen, bei Umständen, die die Aufzucht eines Wurfes erschweren oder unmöglich machen würden, Embryonen im Uterus zurückzubilden und aufzulösen – zu resorbieren. Dieser Vorgang wird auch als intrauterine Resorption bezeichnet. Auf diese Weise findet eine natürliche Regulierung der Populationsgröße statt (von Holst, 2004)."


P.G. Wodehouse "Monty im Glück" aka. "The Luck of the Bodkins"

Autor: Alex C [ 29. Feb 2016, 10:25 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

F.S. Fitzgerald "Zärtlich ist die Nacht"
Ziemlich guter Stoff, in richtiger (ursrpünglicher) dreiteiliger Ausführung mit falscher Chronologie. Bin auch in jede vom Herrn Fitzgerald gestellte literarische Falle getappt.
Lese iübrigens jetzt auch noch Gatsby neu (http://allrounder24.phpbb8.de/post3074.html#p3074). Bin von der Reclam-Übersetzung sehr angetan, da gibt's Erläuterungen und Hintergründe; sehr aufklärend. Jetzt scheint es mir, dass ich damals wohl gar nichts verstanden habe.


S.B. Beckett "Warten auf Godot" + "Molloy"
Über "Godot" hat man schon immer gehört, und der Name erweckt Interesse. Dann stößt man darauf zufällig in der Buchhandlung, wenn es auf einem falschen Regal rumliegt. So kommt man zu dem, was man liest. :umnik:
An sich - ganz komische Sachen, sehr absurd.


Kurt Vonnegut "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug"
iÜberaschung! Überall als gutes pazifistisches Buch gefeiert, lesenswert und toll und gut, hat es mir jedoch nicht gefallen. Und zwar nicht "neutral nicht gefallen", sondern "ausdrücklich nicht gefallen", ganz wie "About a Boy" kotz damals. Ich bin wahrscheinlich zu anderer Sorte Antikriegsbücher gewöhnt, und das hier mit dazu zu nehmen wäre ein Verbrechen. Das ist nicht einmal annähernd das gleich Format.
Nur ein Landstreicher, der dort kurz auftritt, ist gut. Der ist wirklich gut. Bester Charakter mit nur paar Sätzen.
Такие дела.

Autor: Alex C [ 1. Jun 2016, 11:47 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Michael Chabon "Schurken der Landstraße" ("Gentlemen of the Road")
Michael Chabon taucht in diesem Abenteuerroman klassischer Provenienz tief ein in die Kaukasusregion des 10. Jahrhunderts und schafft mit Zelikman und Amram zwei liebenswerte, lebenskluge Schurken, die dem Sohn des ermordeten Königs helfen sollen, den rechtmäßigen Nachfolger auf den Thron zu bringen.

Fing ziemlich gut an, dann hat sich die Geschichte i-wie verflacht zu der Konsistenz einer Suppe. Ich wusste etwa ab der Mitte nicht so recht woran ich war. Ist aber schön geschrieben.

John Irving "Gottes Werk & Teufels Beitrag" ("The Cider House Rules")
Sehr selten gingen 800 Seiten in Taschenbuchvormat so schnell und unkompliziert von dannen. Ist gut, weitere Irving-Romane vorgemerkt.

P.G. Wodehouse "Onkel Dynamit"

Autor: Alex C [ 18. Aug 2016, 11:01 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Herman Melville
"Pierre oder die Doppeldeutigkeiten"

Naja, war nicht so schlimm wie damals mit Moby Dick. Liegt aber nur daran, dass "Pierre" kürzer ist und schließlich auf Deutsch und einigermaßen mit Kommentaren versehen (die fehlten bei "MD" und das ist fatal, wie mir jetzt klar ist). Trotdem ziemlich harter Kost für einen Murzilka-Leser wie mich.
Das Buch erschien direkt nach "MD" und wird jetzt als schriftstellerische (nicht inhaltliche) Fortsetzung gehandelt. Aber damals von den Kritikern auseinandergenommen ("Melville ist verrückt geworden") und in schwieriger finanzieller Lage verfasst, wurde es natürlich ein Riesenfail.
Zu Inhalt sagt Wiki:
Der Protagonist des Romans, Pierre, wächst in New York bei seiner wohlhabenden, verwitweten Mutter im Staat New York auf. Er wächst behütet auf und verlobt sich standesgemäß mit Lucy Tartan, der Tochter einer angesehenen New Yorker Familie. Etwas später lernt er Isabel Banford kennen, die von sich behauptet, dass sie die illegitime Tochter seines Vaters ist, den er bis dahin nur als strahlend tugendhaftes Vorbild gesehen hat. Pierres Mutter fürchtet einen Familienskandal und stellt sich gegen Isabel. Pierre flüchtet daraufhin mit Isabel nach New York, wo er sich erfolglos als Schriftsteller versucht. Die beiden leben als Paar zusammen und geben sich als verheiratet aus.


Und ein Zitat, das mir besonders gefiel:
Kap. XXII/III
Denn in der unerhörtesten Not sind die Seelen der Menschen wie Ertrinkende; sie wissen sehr wohl, daß sie in Gefahr sind; sie kennen sehr wohl die Ursachen dieser Gefahr - und doch, das Meer ist das Meer, und diese Ertrinkenden, ja, sie ertrinken.

Autor: Alex C [ 10. Okt 2016, 14:42 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Chuck Palahniuk "Fight Club".

Jack Kerouac "On the Road" alias "Unterwegs"
Da gab es mehrere Ausgaben davon, ich hab mir die Originalfassung angeeignet, weil sie einfach ursprünglicher und vollständiger ist. Dort sind alle Charaktere mit ihren realen Namen benannt, und keine Passagen wegen möglíchen Zensur und/oder Verleumdungsklagen entfernt (wie es dann bei iÜberarbeitung und Korrektur der Fall sein wird).
Kerouac gehörte zu der Beat-Generation (Vorläufer der Hippies, Gras, Jazz u.s.w.), ihn kannte ich nicht, aber er ist aus derselben Clique wie Ginsberg (von seinem "Howl" hab ich gehört) und Burroughs (das ist ausdrücklich NICHT der Burroughs, der Tarzan schrieb). Geschrieben in drei Wochen (manche sagen auf Drogen, andere auf Kaffee) auf einer 40 m. langen Toiletten Zeichenpapierrolle (≙ der Straße) und ohne Absätze.
Naja hier ein Bildchen mit dem besten Zitat des Buches und eig. mit der ganzen Zusammenfassung.
https://img.buzzfeed.com/buzzfeed-stati ... 132-16.jpg

Autor: Alex C [ 5. Okt 2017, 12:19 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Alex C hat geschrieben:
Hab schon etwas länger hier nichts geschrieben, aber das heißt ja nicht, dass ich net gelesen habe.
True story. Aber nun auch nicht so viel, wie es mir lieb wäre. Außerdem scheint es mir, dass ich manches Buch schon vergessen habe. Also, was mir noch einfällt:

Герман Гессе - "Демиан"
"История взросления и духовных поисков молодого человека, раскрывающая сложные философские и психологические проблемы" :umnik: Предтеча всех его более поздних произведений.

Robert Crichton - "Die Camerons"
Naja, schottische Minenarbeiter kämpfen um ihre Rechte. Hauen aber schlußendlich einfach nach Omerika ab Bild

Альберто Моравиа - "Скука"
Все так хорошо начиналось великолепным описанием скуки. А потом у ГГ появилась девушка, и скуки как не бывало. :mad: Следовало ожидать от итальяшки такого развода.

Cormac McCarthy - "Die Straße"
Überall gepriesen als das Buch der Bücher und die neue Bibel. Wiki: "Der Autor gewann für den Roman 2007 den Pulitzer-Preis für Romane, den James Tait Black Memorial Prize und den Believer Book Award. Die US-Zeitschrift Time listete ihn als den besten Roman seines Jahrzehnts und das Entertainment Weekly nannte McCarthys Roman das beste Buch der letzten 25 Jahre im Zeitraum von 1983 bis 2008."
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Просто так, ни с того ни с сего.
Открываю, листаю, читаю, понимаю -
Вот оно... © Вася Обломов - УГ

"Der Roman handelt von einem Vater und seinem Sohn, die nach einem nicht näher bezeichneten Katastrophenereignis durch ein postapokalyptisches Amerika in Richtung Küste ziehen.", sagt Wiki. Und dem ist eig. nichts hinzuzufügen. Also ist ok, aber naja, don't believe the hype. :rollingeye:

Jorge Semprún - "Was für ein schöner Sonntag!"
"Der Roman [...] stellt die Erfahrungen des Autors im Konzentrationslager Buchenwald literarisch dar und reflektiert vor diesem Hintergrund die Entwicklung des Nationalsozialismus, den kommunistischen Widerstand und die totalitären Züge des Stalinismus." Ja, es geht bisschen über alles, Goethe im Weimar, Arbeit bei der Arbeitsstatistik in dem KZ, Solschenizyn, Stalinismus, Kommunistische Partei Spaniens (KPS), wunderbare Buche auf der Allee der Adler, Warlam Schalamows Buch „Kolyma - Insel im Archipel“ und einen Dezembersonntag 1944 im Buchenwald. Alles in allem: así es la vida, viejo. ;-)

Autor: Alex C [ 25. Feb 2018, 19:34 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Alex C hat geschrieben:
Ist gut, weitere Irving-Romane vorgemerkt.

Genau. Also John Irving "Straße der Wunder"
Naja, zwei Kinder, Juan Diego und seine für alle anderen unverständlich sprechende Schwester, von der mexikanischen Müllkippe. Wobei Juan Diego dann Schriftsteller wird, und während seiner Reise nach Phillipinen sich der Erinnerungen hingibt. Eine ziemlich schräge Geschichte, manchmal sogar zu schräg. Sicherlich nicht so gut wie "Gottes Werk & Teufels Beitrag", aber ich finde genauso abflachend gegen das Ende zu.

Фланнери О’Коннор "Царство небесное силою берется" aka. The Violent Bear It Away
Eine weitere komische Geschichte von einem 14-jährigen, der von seinem religiösen Großonkel zum Propheten erzogen wurde und nach dessen Tod, zu seinem Onkel geht, um seinen geistig behinderten Sohn zu weihen.

Winfried Georg Sebald "Austerlitz" (2001!)
Ich hatte schon lange keine Bücher mit Bildchen gehabt.
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Aber dieses hatte sie, und ist so herrlich, wie ich es mir nie zu träumen wagte. "Austerlitz" ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem "zu einem der bedeutendsten Werke des frühen 21. Jahrhunderts gewählt" und im Gegensatz zu "The Road" es ist es tatsächlich. Und auch hier wie bei Irving sucht Austerlitz in der Vergangenheit nach seiner Herkunft. Und die Nazis hatten was damit zu tun.

Per Petterson "Out stealing horses" oder "Ut og stjæle hester"
Die deutsche iÜbersetztung dieses "Book of the Year" war stets vergriffen, so musste die englische dafür herhalten. Und wieder erinnert sich hier der 67-jährige Protagonist, Trond Sander, der jetzt abgelegen und allein lebt, an einen Sommer in seiner Kindheit, als er Holz fiel und nun ja, Pferde stahl. Und die Nazis waren auch hier mitdabei.
Alex C hat geschrieben:
Es gibt nach meinen Beobachtungen keinen skandinawischen Film oder Buch, wo es beim Hauptprotagonisten ein naher Verwandte nicht unheilbar an Krebs o.Ä. erkrankt wäre und bald stürbe.

Hier haben wir es auch ☑, wenn auch nicht so Story-relevant. Tronds Frau starb beim Autounfall und Monat später seine Schwester an Krebs.

Autor: Alex C [ 4. Apr 2018, 19:20 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Donna Tartt "Die geheime Geschichte" aka "The Secret History"
Fünf College-Studenten begehen einen Mord. Ihre Tat bleibt unentdeckt, und dann beginnt das wahre Grauen...
Richard Papen, selbst aus einfachen Verhältnissen, stößt zu einer abgeschlossen-elitären Gruppe Altgriechisch-Studenten (die sich auch manchmal der Latein bedienen, nihil sub sole novum). Gemeinsam mit ihnen paukt er Griechisch, zusammen huldigt er opulenten Gelagen und in ihrem Kreis verbringt er wunderbare Wochenenden auf dem feudalen Landsitz.
Doch bald spürt Richard, dass unter der Oberfläche unverbrüchlicher Freundschaft und Treue auch Spannungen und Animositäten bestehen. Und das ein furchtbares Geheimnis auf seinen neuen Freunden lastet, das auch ihn mehr und mehr in seinen dunklen, mörderischen Sog zieht.
Herrliche Lektüre. Hier Ten reasons why we love Donna Tartt's The Secret History
Ich bin langsam echt überrascht, dass heutzutage noch gute Bücher geschrieben werde. Weil ich letztens mit Büchern aus dem XXI-Jahrhundert echt ein paar Volltreffer hatte. Da muss ich, änhlich wie bei der Musik, meine Meinung korrigiern.

Julian Barnes "Vom Ende einer Geschichte" aka. "The Sense of an Ending"
Ja, wieder Geschichte, ich weiß. Hab eig. zwischendurch das Buch sogar vergessen, das ich es habe, passiert mir sonst nie.
Es geht wieder, genau wie im Post ↑ oben, um die Erinnerungen, und sofern sie wirklich/richtig sind. Ist schon komisch, dass alle meine Bücher in letzter Zeit davon handeln.
Im Teil eins schildert Tony Webster, der Protagonist, rückblickend Ereignisse in seiner Jugend. Ist leicht geschrieben und nicht ohne guten, alten englischen Humor. Man kommt ab und zu sogar auf den (falschen) Gedanken, dass es so in Richtung "Lustig" geht.
Im zweiten Teil holen ihn die geschilderten Ereignisse der Vergangenheit ein. Und mich hat's echt umgehaut [viele behaupten, das eine oder andere Buch hat ihr Leben verändert o.ä. Das ist mir zu "groß", zu unrealistisch, daran glaube ich nicht, aber die paar Absätze hier waren echt empfindliche Treffer], nicht die eigentliche Story, sondern wie sehr dieser Tony mich an mich selbst erinnert hat.

Autor: Alex C [ 13. Aug 2018, 17:25 ]
Betreff des Beitrags: Re: Was habt ihr gelesen?

Über meine letzten Lektüren kann man eine große iÜberschrift malen, die hieße "Große Erwartungen". Welche aber in verschiedenen Maßen nicht erfüllt wurden.

Donna Tartt "Der Distelfink"
Durch die erste Geschichte beflügelt, nahm ich mir diesen 1000-seitigen Koloss vor.
Es wird erzählt wie damals 13-jähriger Theo seine Mutter durch eine Explosion im Museum verliert. Geschockt lässt er dabei das Gemälde "Der Distelfink" von Carel Fabritius
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mitgehen. Danach, praktisch ohne Obhut, verschlägt es ihn zu seinem Vater nach Vegas, und da freundet er sich auch schon mit dem Ukrainer Boris.
Naja, die Geschichte ist nicht schlecht, obwohl auch nicht so toll wie die "Geheime Geschichte". Vielleicht liegt das auch an den Hauptfiguren (ich lese lieber über fiese, dekadente Studenten als über kotzende Kids, da konnte man echt einige Seiten Papier sparen). Wofür ich aber echt dankbar bin: eine zweite Linie des Geschehens führt aber noch zu dem Möbel-Restaurator Hobbie. Und das zeigte mir, öffnete regelrecht die Augen, dass ich auch alte Sachen mag. Und so spricht der letzte Satz auch für mich:
Und ich füge meine eigene Liebe der Geschichte der Menschen hinzu, die schöne Dinge geliebt und auf sie geachtet und sie aus dem Feuer gezogen und sie gesucht haben, als sie verloren waren, und die sich bemüht haben, sie zu erhalten und zu bewahren, während sie sie buchstäblich von Hand zu Hand weiterreichten, strahlend singend aus den Trümmern der Zeit zur nächsten Generation von Liebenden und zur nächsten.


J.R.R.Tolkien

"Beren and Lúthien"

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Alex C hat geschrieben:
Viele Werke des Professors wurden nur später herausgegeben, von seinem Sohn Christopher editiert. Die bekanntesten Bücher wie "Hobbit" und "LotR" sind eigentlich nur die Spitze des Eisbergs, sie umfassen die letzten bekannte Ereignisse der Geschichte der Mittelerde. Weitere Bücher , wie nämlich "Quenta Silmarillion" oder eben "Narn" (+ von Tolkien waren 3 große selbstständige Geschichten beabsichtigt: Narn [Geschichte Turins], The Lay of Leithian [über Beren und Luthien Tinuviel], Fall of Gondolin [selbsterklärend]; nur Narn konnte aus Stücken zusammengebastelt werden, der Rest gibts als unvollendete Versionen in Prosa/Vers) befassen sich mit den ältesten Tagen, so wie alles anfing.

Eben diese nicht vollendete Vers-Version der Geschichte des Menschen Beren und Elf Lúthien, der besten Frau in der Mittelerde ever. Man erfährt wie die Geschichte mit der Zeit entwickelt und geändert wurde, von der zwei Elfen, die es mit bösen, magischen Katzenwesen zu kämpfen hatten bis zur völlig Silmarillion-konformen Form, wo Thú (a.k.a. Sauron), Finrod Felagund und die Silmarili in Morgoths Krone vorkommen.
Und die Bedeutung dieser beiden Gestalten verdeutlicht nochmal dieser Grabstein.
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Ernest Hemingway "In einem andern Land"
Hinter diesem komischen, unpassenden Namen versteckt sich "A Farewell to Arms". Oder auch "Прощай, оружие!"; hab ich schon vor Ewigkeit gehört, und mir ziemlich viel bei so einem Namen erhofft.
Naja machen wir eine Liste, was so beim Ernest immer dabei ist:
Krieg ☑
Suff ☑
Weiber ☑
Aber ansonsten, naja, entweder ist Ernest nicht mehr derselbe, der er mal war, oder ich bin's (vermute stark das letzte). Auf jeden Fall hat diese Geschichte eines amerikanischen Führers einer Krankentransporte-Einheit, der mit den Italienern gegen Österreicher kämpft und schlussendlich beim Rückzug desertiert und mit einer Engländerin abhaut, irgend-wie gar nichts gerissen.
Aber das Buch selbst soll aus dem Jahr 1957 stammen, was natürlich toll ist. Alte Sachen und so.

W.G. Sebald "Schwindel. Gefühle."
Von "Austerlitz" tief beeindrückt, nahm ich das Buch mit dem Sebald erstmals bekannt wurde. Vier Erzählungen von Schriftstellern und Reisenden und Schriftstellern auf Reisen; je eine für Stendhal und Kafka und dann zwei Reiseberichte Sebalds über die Norditalien (Milan und Florenz, Gardasee und Riva) sowie sein "Il ritorno in patria" nach W., wo er seit seiner Kindheit nicht mehr war.
Es gibt wieder Bilder
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Sicherlich meisterhaft, nur lesen sich die Reisebegebenheiten etwas mühselig. Ebenso lässt das fehlende Hintergrundwissen (so soll Sebald dieselben Orte wie Kafka aufgesucht haben, und nimmt auch an seine Schriften [Jäger Gracchus] Bezug) manches unverständlcih erscheinen.

William Golding "Herr der Fliegen"
Kennt man, hat man auch damals gelesen, wobei ich/wir anscheinend "About a Boy" (kotz) lesen mussten.
Ist aber gar nicht so gut, wie iüberall beschrieben. Meine Muschel der Erwartungen ist zerbrochen worden. Sprachlich reißt es keine Bäume aus und auch die ganze Gewaltentwicklung erscheint mir unglaubhaft. Die Jungs haben die ganze Zeit gechillt und dann morden sie einfach so.

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