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 Betreff des Beitrags: Reli
BeitragVerfasst: 25. Mär 2009, 20:31 
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Also, hier werden wir unsere Religionskriege führen! :thumbup:

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Die Hölle, das sind die anderen. (C) Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Re: Reli
BeitragVerfasst: 25. Mär 2009, 20:51 
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Ludwig Feuerbach
Ludwig Andreas Feuerbach (* 28. Juli 1804 in Landshut; † 13. September 1872 in Rechenberg/Nürnberg) war ein deutscher Philosoph, dessen Religions- und Idealismuskritik bedeutenden Einfluss auf die Bewegung des Vormärz hatte und einen Erkenntnisstandpunkt formulierte, der für die modernen Humanwissenschaften, wie zum Beispiel die Psychologie, grundlegend geworden ist.

Herkunft, Familie
Ludwig Feuerbachs Vater war der aus Frankfurt stammende Rechtsgelehrte Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775–1833, 1808 geadelt), der als einer der bedeutendsten Juristen der neueren Zeit in Deutschland und insbesondere als Begründer des modernen deutschen Strafrechts gilt. Wenige Wochen vor Ludwigs Geburt hatte er an der Bayerischen Landesuniversität in Landshut einen Lehrstuhl übernommen. 1806 wurde er in die Regierung nach München berufen, um das Strafrecht zu modernisieren. Noch im selben Jahr erreichte er für Bayern die Abschaffung der Folter, 1813 trat das von ihm ausgearbeitete Strafgesetzbuch in Kraft. Nach einem Zwischenspiel in Bamberg war er von 1817 bis zu seinem Tod 1833 Präsident des Appellationsgerichts Ansbach, wo er sich auch mit dem Fall Kaspar Hauser befasste.

Kindheit, Jugend, Studium [Bearbeiten]

Als Zweijähriger kam Ludwig Feuerbach nach München, wo er später die Grundschule besuchte. Freundschaften seines Vaters brachten es mit sich, dass in der Familie etliche der Geistesgrößen des damaligen München verkehrten, unter ihnen der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi sowie die beiden Erneuerer des bayerischen Schulwesens Friedrich Immanuel Niethammer und Friedrich Thiersch. Nach der Versetzung des Strafrechtlers nach Bamberg besuchte Ludwig dort die Oberprimärschule. 1816 trennten sich die Eltern für mehrere Jahre. Die Brüder Friedrich, Ludwig und Eduard zogen mit dem Vater nach Ansbach, die drei Schwestern blieben einstweilen bei der Mutter in Bamberg.

Nachdem Ludwig Feuerbach sich schon in der Gymnasialzeit in Ansbach intensiv mit Theologischem beschäftigt und dafür sogar beim örtlichen Rabbiner Hebräisch-Unterricht genommen hatte, begann er 1823 in Heidelberg ein Theologiestudium. Von der rationalistischen Theologie, die in Heidelberg von H. E. G. Paulus gelehrt wurde, fühlte er sich heftig abgestoßen, doch der mit Hegel befreundete Carl Daub machte ihn auf die Philosophie aufmerksam. 1824 ging er nach Berlin, wo er gegen den Widerstand des Vaters das Studienfach wechselte: Zwei Jahre lang hörte er sämtliche Vorlesungen, die Hegel in dieser Zeit hielt, die Logik sogar zweimal. Da er als Stipendiat des bayerischen Königs das Studium an einer Landesuniversität abzuschließen hatte, kehrte er 1826 nach Bayern zurück. Nach einem Jahr privater Studien in Philologie, Literatur und Geschichte belegte er in Erlangen Botanik, Anatomie und Physiologie und schrieb gleichzeitig seine Dissertation mit dem Titel: Über die Unendlichkeit, Einheit und Allgemeinheit der Vernunft. Im Juni 1828 promovierte er in Philosophie, am Ende desselben Jahres folgte die Habilitation. Wenige Wochen danach begann er, als unbesoldeter Privatdozent in Erlangen zu lehren.

Religionskritik aufklärerisch

In seiner Studienzeit in Berlin hatte sich Feuerbach persönlich dem angestammten protestantischen Glauben entfremdet. Bereits in der ersten öffentlich verbreiteten, allerdings anonym herausgegebenen Schrift Gedanken über Tod und Unsterblichkeit (1830) verwarf er den Unsterblichkeitsglauben als lebensfeindlich: Ein Leben nach dem Tod zu wünschen, widerspreche dem Funktionieren der Natur, in der alles, also auch der Tod, „wahr, ganz, ungeteilt vollständig“ sei: „Der Tod ist daher die ganze, die vollständige Auflösung deines ganzen und vollständigen Seins.“[20] Vor allem aber gelange man erst durch die ungeteilte Bejahung des Todes zur ungeteilten Bejahung des Lebens. Auch den Glauben an einen persönlichen Gott lehnte er in dieser ersten Schrift bereits entschieden ab. Dieser Glaube sei selbstsüchtig, denn der Personen-Gott sei für den Gläubigen nur „Gewährleistung seiner selbst und seines eigenen Daseins“.[21] Offen bekannte sich Feuerbach zu jenem Pantheismus, dem im Gefolge Spinozas die meisten Denker und Dichter der Spätaufklärung und der Weimarer Klassik insgeheim anhingen. Die deftig satirischen Xenien im zweiten Teil des Buches dokumentieren die Abkehr von traditioneller und kirchlicher Gläubigkeit. Trotz der teilweise ungelenken Verse haben sie bis heute viel von ihrem polemischen Biss bewahrt.

Beim Thema Religion notierte Feuerbach auch früh einen Dissens mit seinem Lehrer: Hegel hatte auf einer grundsätzlichen Übereinstimmung von Philosophie und christlichem Glauben beharrt. Feuerbach war gegensätzlicher Meinung, doch er kritisierte Hegels Auffassung im Frühwerk nur implizit, so etwa in der Einleitung der Geschichte der neuern Philosophie, wo er die historische Entwicklung nicht, wie Hegel, als „Stufengang des Geistes“ sah, sondern auf einen scharfen Gegensatz zwischen dem Christentum und dem „denkenden Geist“ hinauslaufen ließ: Der Geist habe sich (wie übrigens auch die Kunst) aus der „drückenden Herrschaft“ der Religion zu befreien gehabt.[22] Deutlicher wurde er im Aufsatz gegen Friedrich Julius Stahl, wo er – zum Befremden auch vieler Hegelianer – radikal jede Gemeinsamkeit zwischen der Religion und säkularen Institutionen wie dem Recht verneinte; die beiden Bereiche seien einander dem Wesen nach fremd, ja entgegengesetzt.
Erst als er der universitären Philosophie endgültig den Rücken kehrte und sich als freier Schriftsteller im ländlichen Bruckberg etablierte (1837), machte Feuerbach die Religionskritik zu seinem Hauptthema. Schon im letzten Kapitel der Leibniz-Monografie und vor allem in der Monografie über den Begründer der französischen Aufklärung Pierre Bayle sprach er mit einer für die damaligen deutschen Verhältnisse unerhörten Direktheit aus, was die französischen Aufklärer schon im 18. Jahrhundert mehr oder weniger offen vertreten hatten: Der religiöse Glaube habe sich überlebt, er sei des „denkenden Menschen“ unwürdig. Anders als viele Aufklärer führte Feuerbach aber die religiöse Gläubigkeit nicht auf kirchliche Bevormundung („Pfaffenbetrug“) zurück oder, wie Kant, auf die Scheu, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Er arbeitete vielmehr zwei gegensätzliche Geisteshaltungen heraus: auf der einen Seite der in Dogmen befangene und die Einsprüche der Vernunft abwehrende „Geist der Theologie“, auf der anderen Seite der „Geist der Wissenschaft“, der die Vernunft und die Gesetzmäßigkeit in der Natur als einzige Erkenntnisinstanz anerkennt. Vernunft und Wissenschaft seien aber in der Neuzeit zu so unabweisbaren Ergebnissen gelangt, dass es zur Frage der intellektuellen Redlichkeit werde, ob man noch an den religiösen Dogmen festhält; der Glaube hatte für Feuerbach seine einstige Unschuld und Berechtigung verloren, er wurde für ihn zur „Heuchelei“ vor sich selbst und der Mitwelt.

Diese Argumentation hatte eine historisch-gesellschaftliche Stoßrichtung, sie richtete sich gegen restaurativ-religiöse Tendenzen der Zeit, denen Feuerbach schon in der Polemik gegen F. J. Stahl den Kampf angesagt hatte.[24] Das bezeugen zwei weitere Schriften, die etwa zur selben Zeit wie die Bayle-Monografie entstanden, allerdings als Beiträge zu aktuellen Debatten für eine Tageszeitung (die „Hallischen Jahrbücher“) gedacht waren: Zur Kritik der 'positiven Philosophie' und Über Philosophie und Christentum in Beziehung auf den der Hegelschen Philosophie gemachten Vorwurf der Unchristlichkeit.[25] In teilweise scharfer Polemik spitzte Feuerbach hier das Argument der unvereinbaren Standpunkte zu: Wenn konservative Philosophen und Politiker forderten, die Philosophie habe sich an der Christlichkeit auszurichten, so entgegnete er mit vehementer Ablehnung jeglicher Vermittlung zwischen Religion und Philosophie. Bei der Philosophie könne es kein Mehr oder Weniger an Christlichkeit geben, die Philosophie habe mit Christlichkeit so wenig zu tun wie etwa die Mathematik.

r Religion als „geistiger Naturforscher“[27] begegnete und sie dadurch als menschliches Phänomen ernst nahm. Statt sie, wie noch Hegel, in das Prokrustesbett eines philosophischen Systems einzuzwängen, ließ er sie erst einmal in ihrer Eigenart gelten (der „verstehende“ erste Teil des Buches ist doppelt so lang wie der „kritische“ zweite Teil). Im Vorwort zur zweiten Auflage schrieb er: „Ich aber lasse die Religion sich selbst aussprechen; ich mache nur ihren Zuhörer und Dolmetscher, nicht ihren Souffleur. Nicht zu erfinden – zu entdecken, ‚Dasein zu enthüllen‘ war mein einziger Zweck.“[28]

Feuerbach gelangte so zu einer Erklärung, die im modernen Sinne humanwissenschaftlich ist: Die Religion ist nicht einfach „Unsinn“ oder „Aberglaube“, sie ist die bildhafte Äußerung von Eigenschaften und Impulsen, von „Kräften“, die der Mensch als so wichtig und wesentlich empfindet, dass sie für ihn sein „Wesen“, sein eigentliches Menschsein ausmachen: Die Religion ist „identisch … mit dem Bewusstsein des Menschen von seinem Wesen“.[29] Diese Kräfte erscheinen ihm nicht als individuell begrenzt, sondern als über den einzelnen Menschen hinausgehend: „Wille, Liebe oder Herz sind keine Kräfte, welche der Mensch hat“, sie sind „die ihn beseelenden, bestimmenden, beherrschenden Elemente, denen er keinen Widerstand entgegensetzen kann“.[30] Und weil der Mensch diese Kräfte oder Fähigkeiten als über seine individuelle Beschränktheit hinausgehend empfindet, hypostasiert und verabsolutiert er sie, er setzt sie „aus sich hinaus“ und verehrt sie „als ein andres, von ihm unterschiednes, eignes Wesen“.[31]

Dieses Verständnis des Gottesglaubens erlaubt im Rückschluss die anthropologische Deutung der Religion: „Die Religion ist die Reflexion, die Spiegelung des menschlichen Wesens in sich selbst.“ – „Gott ist der Spiegel des Menschen.“ – „Gott ist das offenbare Innere, das ausgesprochene Selbst des Menschen.“[32] Die religiösen Glaubensinhalte vermitteln also eine Botschaft, sie geben Aufschluss über das „Wesen“ des Menschen: Gott ist für den Menschen das „Stammbuch, in welches er die Namen der ihm teuersten, heiligsten Wesen einträgt“.[33] In zwölf Kapiteln des Wesens des Christentums versuchte Feuerbach, die wichtigsten „Geheimnisse“ des christlichen Glaubens nacheinander zu deuten, indem er ihren anthropologischen Gehalt herausschälte: Wenn die Religion sagt, Gott liebe den Menschen, so bedeute das: „Das Höchste ist die Liebe des Menschen“.[34] Oder: „Das Geheimnis des leidenden Gottes“ besagt: „Leiden für andere ist göttlich“.[35] Und dass Gott empfindet, heißt: „Die Empfindung ist göttlichen Wesens“.[36]
Bemerkenswert ist, dass Feuerbach hinter den „Geheimnissen“ des Glaubens stets das „Herz“ oder „Gemüt“ vorfand, wobei er beide Wörter synonym und paarweise verwendete; Begriffe wie „Empfindung“, „Gefühl“, „Phantasie“ treten oft ergänzend hinzu. Feuerbach hatte damit offensichtlich etwas im Blick, wofür es seiner Zeit noch keinen adäquaten Begriff gab („Seele“ und „Geist“ waren religiös oder philosophisch besetzt), und was wir heute als Psyche bezeichnen: das Zusammenspiel der teils bewussten, teils unbewussten Regungen, Empfindungen und Vorstellungen, die im Menschen das affektiv-emotionale Verhalten und weitgehend auch die Wahrnehmung bestimmen. Für den mit dem psychoanalytischen Ansatz vertrauten Leser ist die Nähe zu Freud nicht zu übersehen.

Vielfach wird versucht, Feuerbachs Religionskritik mit dem Begriff der „Projektion“ zu erläutern. Feuerbach selbst hat ihn nie verwendet (eine Projektionsmetapher hätte er auch als logisch inkonsistent kritisiert, denn projizieren kann man nur auf etwas, das existiert, und er verneinte ja die transzendente Existenz Gottes). Tatsächlich blendet der Ausdruck einen wichtigen Aspekt der Intention Feuerbachs aus: Ihm ging es nicht nur um die Feststellung von psychischen „Fehlleistungen“, sondern positiv um die Freilegung des unter den religiösen Bildern verdeckten Inhalts. Diesen Inhalt wollte Feuerbach freilegen, um ihn für das menschliche Zusammenleben nutzbar zu machen. Seiner Deutung lag also eine therapeutische Intention zugrunde. Er habe sich, sagte er im Vorwort zum ersten Band seiner Sämmtlichen Werke, „die Ergründung und Heilung der Kopf-, auch Herzkrankheiten der Menschheit zur Aufgabe gemacht“.[37] Im Grunde tat Feuerbach nichts anderes als später Freud, wenn er den Traum einerseits entschlüsselte, indem er seine natürliche Funktionsweise aufdeckte, und ihn andererseits als kostbare Erkenntnisquelle für die Therapie nutzte.

Biographie
1804 geboren in Landshut
katholisch getauft, protestantisch erzogen
entstammt einer angesehenen Gelehrtenfamilie (Vater: Rechtsgelehrter)
Seine Jugend war sehr religiös, das Bedürfnis dazu kam aus sich
Er war aber nicht im Kirchenunterricht und hatte auch kein Interesse am Religionsunterricht
studierte in der Schule Griechisch, Hebräisch und die Bibel
wollte Pfarrer "auf dem Standpunkt denkender Religiosität" werden Gott als erster Gedanke
1823 beginnt er ein protestantisches Theologiestudium in Heidelberg; war bald frustriert von der Theologie und blieb dort nur ein Jahr
1824 ging er nach Berlin; hörte dort Schleiermacher und Hegel, den er als seinen zweiten Vater ansah.»Theologie ist für mich wie eine verwelkte Blume. Ich muß in die weite Welt, und die trägt nur ein Philosoph auf dem Rücken.« »Palästina ist mir zu eng; ich in die weite Welt, und diese trägt nur ein Philosoph auf seinen Schultern.«»Ich wußte, was ich sollte und wollte: nicht Theologie, sondern Philosophie.«

Hegel als Lehrer

Vernunft als zweiter Gedanke
1825 Wintersemester in Erlangen in den Naturwissenschaften
1828 Promotion in Erlangen
Dissertation noch unter Hegels Einfluß, der aber bereits im Schwinden begriffen war: Über die Einheit, Universalität und Unendlichkeit der Vernunft; erste Wendung gegen das Christentum (Tod, Jenseits, Gott => Abrechnung)
1830 (26 J.) erste Schrift (anonym):
Gedanken über Tod und Unsterblichkeit
pantheistische Religionskritik mit einem "Anhang theologisch- satyrischer Xenien" - Leugnet die Unsterblichkeit der Seele und versucht die christliche Hoffnung darauf zu widerlegen. Bezieht gegen die Vorstellung eines persönlichen Gottes und den egoistischen Glauben an die Unsterblichkeit Position.
"Jetzt gilt es vorallem. den alten Zwiespalt zwischen Diesseits und Jenseits aufzuheben, damit die Menschheit mit ganzer Seele, mit ganzem Herzen auf sich selbst, auf ihre Welt und Gegenwart sich konzentriere."

* Provokation der Theologen
* durch die enge Verbindung zwischen Kirche und Staat (Zeit der Restauration): Schrift wird verboten, Ermittlung des Autors durch die Polizei
* Ende seiner Professorenkarriere trotz zahlreicher Versuche
1837 (33 J.) Heirat von Bertha Löw, einer reichen Frau und Mitbesitzerin einer kleinen Porzellanfabrik lebt von nun zurückgezogen auf Schloß Bruchberg bei Ansbach; führte ein zufriedenes und naturverbundenes Leben als Privatgelehrter
"Einst in Berlin und jetzt auf dem Dorfe! Welch ein Unsinn! Nicht doch, mein teuerer Freund! Siehe, den Sand, den mir die Berliner Staatsphilosophie in die Zirbeldrüse, wohin er gehört, aber leider! auch in die Augen streute, wasche ich mir hier an dem Quell der Natur vollends aus. Logik lernte ich auf einer deutschen Universität, aber Optik - die Kunst zu sehen, lernte ich erst auf einem deutschen Dorf."
distanziert sich von der Philosophie Hegels
1841 (37 J.): Das Wesen des Christentums - Hauptwerk
Zentrales Werk seiner Religionskritik. Gott ist eine bloße Projektion des Menschen, ein Wunschgebilde seiner eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte. Weil der Mensch es nicht aushält, unvollkommen und endlich zu sein, erfindet er sich ein vollkommenes und allmächtiges Wesen; weil er selbst nicht sterben will, erfindet er die Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele; weil er die Ungerechtigkeit auf Erden nicht erträgt, kommt er auf den Gedanken einer himmlischen Gerechtigkeit
Der Titel sollte ursprünglich in Erinnerung an den »Alleszermalmer« Kant Kritik der reinen Unvernunft heißen.
"Die Aufgabe dieser Schrift ist es, den grundverderblichen Gegensatz von Menschlichem und Göttlichem aufzuheben."
"Alles ist meine Schrift negativ, verneinend, aber, wohlgemerkt, nur gegen das unmenschliche Wesen der Religion. Sie zerfällt daher in zwei Teile, wovon der Hauptsache nach der erste der bejahende, der zweite der verneinende ist."

Das Wesen des Christentums
1843 Grundsätze der Philosophie der Zukunft
Kritik an Hegel und Perspektive einer neuen Philosophie der Sinnlichkeit.
"Wenn die alte Philosophie zu ihrem Ausgangspunkt den Satz hatte: Ich bin ein abstraktes, ein nur denkendes Wesen, der Leib gehört nicht zu meinem Wesen, so beginnt dagegen die neue Philosophie mit dem Satze: Ich bin ein wirkliches, ein sinnliches Wesen: Der Leib gehört zu meinem Wesen; ja, der Leib in seiner Totalität ist mein Ich, mein Wesen selber."
1844 Tochter Mathilde stirbt im Alter von drei Jahren
Feuerbach ist von der völligen Sinnlosigkeit des Todes überzeugt
"Die Macht des Todes erscheint als eine blinde, kalte, gefühllose Macht, der es ebenso gleichgültig ist, ob er auf einen Würdigen oder einen Unwürdigen trifft, als es dem Stein gleichgültig ist, ob er auf einen Klotz oder auf einen Menschen fällt. Und diese Macht wartet nicht etwa, wie der fromme Wahn wähnt - am wenigsten gilt dieser fromme Wahn bei jungen Wesen -, bis die Anlagen entwickelt, das Lebensvermögen angewandt ist. Nein! Sie zertritt die Knospe, ehe sie sich zur Blume entfaltet."
1845 Das Wesen der Religion
1848 Revolutionsjahr, hält öffentliche Vorträge über Religionskritik, stellt sich als "Kommunist" auf die Seite der Revolution, lehnt aber jegliche Gewalt ab.
1857 (53 J.) Theogonie (Die Entstehung der Götter)

naturalistischer Materialismus
1860-72 mit 56 Jahren: Tod seiner Frau; wegen der Erben wurde er enteignet, wirtschaftlicher Zusammenbruch
8 Jahre lang Leben in Armut zurückgezogen am Fuße des Rechenberges bei Nürnberg
1868 liest Marx' Kapital
1870 schließt sich der Sozialdemokratischen Partei an
13.9.1872 stirbt mit 64 Jahren in Rechenberg bei Nürnberg nach einem Schlaganfall

Grundgedanken
Ausgangspunkt

a) Feuerbach erkennt die Unversöhnlichkeit zwischen christlichem Glauben und der Philosophie

b) Der Mensch leidet am Zwiespalt zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen der Unendlichkeit (Gottes) und der Endlichkeit (seines Wesens)

c) Der Ausgangspunkt allen Philosophierens muß der Mensch sein, und zwar der konkrete, sinnliche, soziale Mensch. Der Mensch ist das Maß aller Dinge und der Wahrheit.
Ziel

d) Aufhebung des o.g. Widerspruchs in der Wirklichkeit, indem man Gott vermenschlicht und verwirklicht.

e) Rückführung des menschlichen Geistes auf die Sinnlichkeit, das sinnliche Empfinden des Menschen (anthropologischer Materialismus), um eine Einheit von Körper und Geist herzustellen.

f) Aufhebung des Unendlichen im Endlichen als Umkehrung von Hegels Philosophie
Wesen Gottes

1) Das Bewußtsein des Unendlichen ist nichts anderes als das Bewußtsein von der Unendlichkeit des Bewußtseins.

2) Das Bewußtsein Gottes ist damit das Selbstbewußtsein des Menschen, die Erkenntnis Gottes die Selbsterkenntnis des Menschen.

3) Gott ist der verselbständigte Gattungsbegriff, das offenbare und ausgesprochene Innere, das öffentliche Bekenntnis seiner Liebesgeheimnisse und seiner Ängste, die er aus sich heraus projiziert.

4) Gott ist die Projektion des menschlichen Verstandes (Intelligenz), Willens (Vollkommenheit, Gerechtigkeit) und Herzens (Liebe). Die Phantasie des Menschen macht aus Kräften, Trieben, Bedürfnissen, Wünschen, Idealen ein reales Wesen: Gott, der sie in vollkommener Weise verkörpert. Wesen der Religion

5) Religion ist das Verhalten des Menschen zu seinem Wesen als zu einem anderen Wesen.

6) In der Religion spaltet der Mensch sein endliches, individuelles Wesen vom unendlichen Gattungswesen ab, schmückt das letztere mit dem wertvollsten aus und betet es als Gott an.

7) Diese falsche Unterscheidung zwischen menschlichen und göttlichen ( = übermenschlichen) Prädikaten führt dazu, daß sich das Individuum minderwertig und sündhaft fühlt und der andere Teil des Ichs als Gott überhöht wird (das Gattungswesen).

8) Die Folge ist die Selbstzerissenheit, Entfremdung und Verarmung des Menschen, z.B. durch die Trennung von Körper und Geist, Jenseits statt Diesseits.
Schlußfolgerungen

9) Der Untergang der Religion im Säkularisierungsprozeß. Entwicklungsgang der Religion: am Anfang führt der Mensch alles und jedes auf Gott zurück, im Laufe der Geschichte immer weniger, und diesen Prozeß gilt es zu vollenden.

10) Das Geheimnis der Theologie ist die Anthropologie (wozu sie in Wahrheit sowieso schon längst geworden ist).

11) Die Leugnung der Existenz Gottes bedeutet keine Negation der Werte, die sich mit ihm verbinden, der Atheismus ist vielmehr der wahre Humanismus.

12) Homo homini deus est. (Der Mensch ist des Menschen Gott.) Unmittelbare Anbetung des Menschen durch den Menschen. Menschenliebe statt Gottesliebe, ursprüngliche statt abgeleiteter Liebe. Diesseits statt Jenseits. Alles zum Wohle des Menschen und seiner Einheit => Anthropotheismus.

13) Ersetzung des Gottesbegriffs durch die menschliche Gattung. Dies stellt den Wendepunkt der Weltgeschichte dar.
Feuerbach nimmt das philosophische Gottesbild, das sich nach der Aufklärung und mit Hegel als Höhepunkt entwickelt hat: Gott als das Unendliche und Religion als eine Form von Idealismus. Außerdem sieht er sich einer fortschrittsfeindlichen und vernunftfeindlichen Kirche gegenüber, die eng mit der repressiven Obrigkeit der Restauration verquickt ist. Feuerbach will eine Philosophie der Zukunft, die nicht aus idealistischen Spekulationen besteht, sondern den Menschen konkret zum Ausgangspunkt nimmt, nicht mehr das absolute Wesen, sondern das relative Menschenwesen, seine sinnliche Erfahrung. Von dort aus erklärt er die Religion als die Projektion menschlicher Wünsche und Vorstellungen und schließt so auf die Nicht-Existenz Gottes. Zugunsten eines wahren Humanismus setzt er den Gattungsbegriff der Menschheit an die Stelle Gottes, so daß der Mensch sich wieder als Einheit sehen kann.



Von der Religion zur Religionskritik

1. Unter dem Eindruck Hegels 1824 Wechsel von der Theologie zur Philosophie
* Theologie "ist für mich eine verwelkte schöne Blume, eine abgestreifte Puppenhülle, eine überstiegene Bildungsstufe, eine verschwundene formgebende Bestimmung meines Denkens, deren Andenken jedoch noch segensreich fortwirken wird in der Nachwelt meiner neu begonnenen Lebensweise... Palästina ist mir zu eng; ich muss in die weite Welt, und diese trägt bloß der Philosoph auf seinen Schultern."
2. Etwa 1839 Abkehr von der Philosophie Hegels, die ihm zu spekulativ als "trunkene Philosophie" erscheint. Ausdruck der Umkehrung des spekulativen Denkens. Wenn Hegel behauptet "das Bewußtsein des Menschen von Gott ist das Selbstbewußtsein Gottes", so Feuerbach:
* "Das absolute Wesen, der Gott der Menschen ist sein eigenes Wesen. Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist Gott. Das Bewußtsein Gottes ist das Selbstbewußtsein des Menschen, die Erkenntnis Gottes ist die Selbsterkenntnis des Menschen. Aus seinem Gott erkennst du den Menschen und wiederum aus dem Menschen seinen Gott."
3. Ergebnis: Philosophie erfolgt vom Menschen aus (der Mensch rückt an die Stelle des Absoluten bei Hegel). Dabei ist die Anthropologie Feurbachs durch ein ganzheitliches Menschenbild (Totalität) bestimmt. Die Liebe hat den Primat vor dem Denken. Totalität zeigt sich als Einheit von:
*
Denken und Sinnlichkeit
Kopf und Herz
Ich und Du
Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit
Individualität und Gattung
Einzelgeschichte und Universalgeschichte
# Die genetisch-kritische Erklärung des Entstehens von Religion

1. Urgrund für die Entstehung der Religion:
* Bewußtsein (Denken) des Menschen, das sich (im Gegensatz zum Tier) durch Reflexivität auszeichnet. Das Menschliche Bewußtsein ist unendlich und bezieht sich auf das Unendliche. Religion hat ihren Ursprung im Wesen des Menschen, das durch die Unendlichkeit des Bewußtseins bestimmt ist.
*
Wahrheit der Religion Unwahrheit der Religion
Religion ist das Verhalten des Menschen zu seinem eigenen unendlichen Wesen Entzweiung des Menschen mit sich selbst: Der Mensch verselbständigt das unendliche Wesen seiner selbst zu einem von den Menschen verschiedenen Wesen
o Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde
o Gott ist das entäußerte Selbst des Menschen.
2. Die wahre Unendlichkeit des Menschen besteht in der das Individuum überschreitenden Menschheit, in der Gattung Mensch. Dazu gehört auch seine Universalgeschichte. Hier liegt die wahre Transzendenz des Menschen.
Folgerungen:
* Die Unterschiede in der Gottesauffassung (Projektionen) sind anthropologisch begründet
* Religion gehört dem kindlichen Stadium der Menschheit an (geht der Philosophie voraus)

"Der geschichtliche Fortgang der Religion besteht deshalb darin, dass das, was... als Gott angeschaut und angebetet wurde, jetzt als etwas Menschliches erkannt wird... Jeder Fortschritt in der Religion ist daher eine tiefere Selbsterkenntnis."
* Keineswegs ist die Verneinung des Subjektes Gott die Verneinung der von ihm ausgesagten Eigenschaften (Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit). Nur der ist also Atheist, der die Prädikate des göttlichen Wesens leugnet.

"Güte und Gerechtigkeit sind keine Chimären, wenn die Existenz Gottes eine Chimäre ist."
3. Das unendliche Wesen des Menschen ist bestimmt durch die Unendlichkeit, die der Vernunft, dem Willen und der Liebe des Menschen eigen ist.
* Der Wendepunkt der Geschichte beruht darin, dass dem Menschen bewußt wird,

"dass der einzige Gott des Menschen der Mensch selbst ist", "Homo homini deus - das ist der Wendepunkt der Geschichte."
* Feuerbachs Intention
o
aus Gottesfreunden Menschenfreunde machen
aus Betern Arbeiter
aus Kandidaten des Jenseits Studenten des Diesseits
aus Christen <ganze> Menschen

# Die konkreten Inhalte der Religion als Projektionen des Menschen

1. allgemein:
1. Gott als absoluter Geist: idealisierte Projektion (Hypostasierung) des Verstandes des Menschen
2. Gott als absolut Gutes: idealisierte Projektion (Hypostasierung) menschlicher Moralität
3. Gott ist die Liebe: idealisierte Projektion (Hypostasierung) menschlicher Liebe
2. speziell christlich:
1. Inkarnation: Sie ist nichts anderes als die Erscheinung eines menschlich fühlenden, darum wesentlich menschlichen Wesens.
2. Trinität: Sie ist nichts anderes als das Bewußtsein des Menschen von sich selbst in seiner Totalität: Bewußtsein als
*
Verstand Ich Geist
Wille Du Vater
Liebe Wir Sohn
3. Geheimnis des leidenden Gottes (Christus als "passio pura"): Es heißt nichts anderes als dass Leiden für andere göttlich ist.
* "Wer für andere leidet, handelt göttlich, ist des Menschen Gott."
3. Zusammenfassung:
1. Das im Gebet apostrophierte "Du" Gottes ist das "andere Ich" des Menschen, der verwirklichte Wunsch des menschlichen Herzens und Gemütes.

Gott ist für den Menschen das "Collectaneenbuch seiner höchsten Empfindungen und Gedanken, das Stammbuch, worin er die Namen der ihm teuersten, heiligsten Wesen einträgt."
2. Das Wesen des christlichen Glaubens besteht darin, dass ist, was der Mensch sich wünscht. Die Grunddogmen des Christentums sind erfüllte Herzenswünsche:
* Unsterblichkeit
* Glück
* Seligkeit
o
Gott das Wesen des Menschen, gereinigt von allen Schranken und Übeln
Jenseits das von allen Schranken und Übeln gereinigte Diesseits
Christus Erfüllung des größten Menschenwunsches: Gott zu sehen
Christi Leiden der höchste Trost des Gemütes
Christ Auferstehung das befriedigte Verlangen des Menschen nach Unsterblichkeit

# Negative Auswirkungen der Religion
Grundthese Feuerbachs: Der Mensch ist Anfang, Mittelpunkt und Ende der Religion. Dieser verbale Atheismus ist wahrer Humanismus (radikale Bejahung und Befreiung der Menschen)
Die Annahme eines Subjektes Gott ist überflüssig; denn sie erklärt nichts. Sie ist sogar abträglich:

1. sie proklamiert die Nichtigkeit der Welt und des Menschen und führt so zu Gleichgültigkeit und Passivität [Weltverneinung]
2. Behinderung von Wissenschaft, Fortschritt, Aufklärung, Mündigkeit und Freiheit [Fortschrittsverneinung]
3. Verachtung von Leiblichkeit und Geschlechtlichkeit [Leibverachtung]
4. Intoleranz gegen Nichtgläubige [Intoleranz]
5. Beeinträchtigung der Liebe durch den Glauben
* "Der Glaube trennt und beschränkt, die Liebe eint und öffnet. Der Glaube opfert die Liebe der Ehre Gottes."
6. Schwächung der Moral durch Verlagerung der Verantwortung weg vom Menschen: Nicht die Theologie begründet die Moral, sondern die Moral bestimmt das Wesen Gottes.
* "Die Moral: Gerechtigkeit, Güte, Liebe hat ihre Begründung in sich selbst."


# "Natur" als Grund des Entstehens und der Gestalt von Religion
In einer späteren Phase ("Das Wesen der Religion") setzt Feuerbach das "Wesen des Menschen" nicht mehr als unbefragte Prämisse voraus, sondern läßt sie (ebenfalls reduktionistisch) in der "Natur" verankert sein.

* "die Natur, die bewußtlose Natur, wird bewußt in einem bestimmten Wesen, das desgleichen zu ihr gehört, aus ihr entspringt und auf sie angewiesen bleibt: dem Menschen."
* "Die Natur oder die Gottheit zeigt sich von zwei Seiten: Ich lebe durch sie, weil sie mich schafft, erhält und mich dies beglückt; ich erfahre auch die dunklen Seiten der Natur, die mich in ihren Katastrophen untergehen läßt."

1. Schritt: Das Göttliche wird nicht mehr als das vergegenständlichte Wesen des Menschen verstanden, sondern als Prädikat der Natur und ihrer Erscheinungen. Am zwingendsten zeigt sich die Abhängigkeit des Menschen und der Religion von dem Naturereignis Tod:
* "Die Gräber sind die Geburtsstätten der Götter" - "Wenn der Tod nicht wäre, gäbe es keine Religion."
2. Schritt: Für den Menschen ist es ein (letztlich egoistischer) Akt der Befreiung aus seiner Abhängigkeit von der Natur, sich von der Natur losgelöste göttliche Wirklichkeiten zu schaffen. Die Religion wird das entscheidende Mittel, womit der Mensch versucht, seine Abhängigkeit von der Natur zu überwinden. Der Egoismus (der Selbsterhaltung) ist also die tiefste Verwurzelung des menschlichen Bedürfnisses nach Religion.
* "Was der Mensch nicht wirklich ist, aber zu sein wünscht, macht er zu seinem Gott, oder das ist sein Gott."
* "Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Religion."
* "Der Mensch glaubt an Götter, nicht nur weil er Phantasie und Gefühl hat, sondern auch weil er den Trieb hat, glücklich zu sein. Er glaubt ein seliges Wesen, nicht nur weil er eine Vorstellung der Seligkeit hat, sondern weil er selbst selig sein will; er glaubt ein vollkommenes Wesen, weil er selbst vollkommen zu sein wünscht; er glaubt ein unsterbliches Wesen, weil er selbst nicht sterben will. Was er selbst nicht ist, aber zu sein wünscht, das stellt er sich in seinen Göttern als seiend dar. Die Götter sind als wirklich gedachten, in wirkliche Wesen verwandelten Wünsche des Menschen.

# Der Atheismus als wahrer Humanismus
Grundlage der Religion ist für Feuerbach also die Göttlichkeit der Natur, ihr Endzweck die Göttlichkeit des Menschen, der wahre, befreitem zu sich selbst gelangte Humanismus.
Religionskritik verfolgt das Ziel, die Götter und Gott zu entlarven, zu entmythologisieren und den Menschen sein Ziel in sich selbst finden zu lassen. Sie will den Menschen von der "Unwahrheit" der Religion befreien, von Abhängigkeit, Furcht, Hilflosigkeit, Unwissenheit. Atheismus ist nicht vollständige Leugnung:

* "ich negiere Gott heißt, ich negiere die Negation des Menschen."

# Gottesglaube als Wunschdenken
Die Götter werden in Korrelation zu menschlichen Wünschen geformt. Dieser Aspekt der "theogenen Wünsche" wird von Feuerbach besonders in der "Theogonie", dem Werk, das er selbst für sein reifstes hält, herausgearbeitet:

* "der Wunsch ist die Urerscheinung der Götter."
* Der Wunsch "ist ein Sklave der Not, aber ein Sklave mit dem Willen zur Freiheit."
* "Wo der Mensch nichts mehr vermag, da kann er wenigstens noch beten, noch wünschen."

# Würdigung: Bedeutung der Religionskritik Feuerbachs und kritische Anfragen

1. "Religion" wird durch Feuerbach zentrales Thema. (Sein Umgang mit den Quellen wird allerdings gern als tendenziös kritisiert);
2. Er entwickelt die entscheidenden Kategorien moderner Religionskritik:
1. Entzweiung. Entfremdung
2. Projektion
3. Entlarvung, Desillusionierung, Entmythologisierung ("frommer Atheismus") durch anthropologisch-psychologische Erklärungen der Religion als
* Projektion des unendlichen Wesens des Menschens
* Akt der Befreiung aus der Abhängigkeit der Natur
* Produktion seiner Wünsche, Phantasie und Selbstbejahung
3. Er deckt vielfältiges Fehlverhalten der Religion und besonders des Christentums im Verlauf ihrer Geschichte auf (Intoleranz, Passivität, Machthunger,...). Man kann kritisieren, dass er neben dem "Unwesen" der Religionen ihre Leistungen zu kurz kommen läßt.
4. Kritik an Feuerbach:
1. Vorwurf der "petitio principii" (Erschleichung des Beweisgrundes durch unbewiesene Voraussetzungen: "unendliches Wesen des Menschen", "Natur" und "Egoismus" sind metaphysisch vorbelastete Begriffe und bleiben unklar).
2. Vorwurf des Psychologismus: die psychologische Erklärung einer Sache sage noch nichts über deren Realität aus: E.v.Hertmann: "Wenn die Götter Wunschwesen sind, so folgt daraus für die Existenz oder Nichtexistenz gar nichts." Feuerbach beweist nichts, sondern stellt eine bloße Gegenthese auf: "homo homini deus" statt "deus homini homo".
3. Gegenfrage: "Ist das Brot das Produkt des Hungers und das Licht das Produkt der Augen? Sollen die Religion und das Christentum ihre Wahrheit vielleicht dadurch beweisen, dass sie keinem Bedürfnis des Menschen entsprechen und dass sie keinen seiner Wünsche erfüllen?
4. Feuerbach erklärt zwar Gott, aber er erklärt nicht die Welt und den Menschen. Er stellt der traditionellen These: "Die Menschen erklären sich von Gott her" die Umkehr-These "Gott erklärt sich von dem Menschen her" entgegen. Wie aber verteilen sich Glaubwürdigkeit und Leistungsfähigkeit?
5. Feuerbach erklärt den "Anthropomorphismus" Gottes als Ergebnis der Projektion des Menschen auf Gott. Ist er nicht eher das Ergebnis des "Theomorphismus" (M. Scheler) des Menschen als Geschöpf von Gott her?

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Die Hölle, das sind die anderen. (C) Jean Paul Sartre


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 Betreff des Beitrags: Re: Reli
BeitragVerfasst: 26. Mär 2009, 20:58 
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WTF!!! "ich negiere Gott heißt, ich negiere die Negation des Menschen." :shock:

wiederspruch in sich :this_bad:

was lernt ihr da für ein schwachsinn? Von solchen Texten kann man nur krank werden. :S


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 Betreff des Beitrags: Re: Reli
BeitragVerfasst: 27. Mär 2009, 00:59 
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